Die Anfänge des Gräflichen Parks liegen in der 1669 vom Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg angelegten doppelreihigen Lindenallee. Diese wird zu Anfang des 18. Jahrhunderts durch eine hierzu rechtwinklig verlaufende Allee ergänzt. Noch heute bestimmen diese beiden Alleen mit der im Kreuzungspunkt befindlichen Heilquelle die Grundstruktur des Parks.


Im Jahre 1781/82 erwarb Graf Caspar Heinrich von Sierstorpff das Gebiet, auf dem der Paderborner Fürstbischof 1665 die Driburger Quellen zur gesundheitlichen Nutzung hatte fassen lassen. Unter der Hand von Graf Caspar Heinrich von Sierstorpff entwickelte sich die Anlage zu einem "kleinen" Landschaftspark, der bis zum Ende des19. Jahrhunderts zur heutigen Größe von 64 Hektar wuchs.

Der Gräfliche Park trägt seit 2001 die Auszeichnung Goldenes Lindenblatt, verliehen von der „Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL)“, und wurde als Ankergarten in das „European Garden Heritage Network" aufgenommen. Darüber hinaus ist der Park mehrmals unter die zehn schönsten Parks Deutschlands gewählt worden.

Hier verbinden sich beispielhaft historische Bestandspflege, zeitgenössische Gartenkunst und moderne Nutzungserfordernisse miteinander. Der Landschaftspark beeindruckt mit weit geschwungenen Wegen, gepflegten Rasenflächen, mit Teichen und Brücken sowie überraschenden Blickbeziehungen zwischen alten Bäumen. Besonders reizvoll ist der hinter den Brunnenarkaden gelegene Bereich mit dem Hecken- und Rosengarten, der Lilienwiese des französischen Gartenarchitekten Gilles Clément und den Moorteichen. Die "Diotima-Insel" und der "Hölderlin-Hain" erinnern an den Aufenthalt des Dichters Friedrich Hölderlin und seiner Angebeteten Susette Gontard. Die großzügigen Sichtachsen öffnen den Blick auf das Wildgehege, die Waldbühne und auf den Teutoburger Wald.

Viele international renommierte Landschaftsarchitekten haben im Gräflichen Park ihre Spuren hinterlassen. Als einer von nur zwei in Deutschland öffentlich zugänglichen Stauden- und Gräsergarten des renommierten Gartenkünstlers Piet Oudolf ergießt sich seit 2009 wie ein blühender Fluss über die weitläufigen Rasenflächen. Über 80 verschiedene Pflanzensorten und 16.000 aufeinander abgestimmte Pflanzen wurden auf 6.000 Quadratmetern gesetzt, die von kleinen Grashügeln durchbrochen werden, von denen der Betrachter andere Perspektiven auf die unterschiedlich hohen Stauden und Gräser bekommt. Im Frühjahr 2012 wurde das Werk Piet Oudolfs durch Zwiebelpflanzungen der international renommierten Gartenkünstlerin Jacqueline van der Kloet ergänzt, so dass der Staudengarten nun schon im Frühling einem impressionistischen Gemälde gleicht.

Das Erscheinungsbild des Parks ist geprägt vom Klassizismus und Frühbiedermeier. Ein Merkmal des Gräflichen Parks sind die zwei Mal jährlich wechselnden Beetbepflanzungen mit jeweils ca. 30.000 Pflanzen, die sich in jedem Jahr ändern.

Besonderheiten:

  • Englischer Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, gepflegten Rasenflächen und eindrucksvollen Solitärbäumen
  • Großer - teilweise über 200 Jahre alter - vielfältiger und seltener Baumbestand (ca. 1500 Bäume)
  • Sichtachsen zu den umliegenden Orten und außergewöhnliche Ausblicke (Fächerblick)
  • Rosengarten mit Monopteros
  • Lilienwiese nach dem Entwurf des französischen Landschaftsarchitekten Gilles Clément
  • Kleiner Gartentempel am Teich und historischen Vorbildern nachempfundene Gartenbrücken
  • Heckengarten aus Hainbuchen mit einem Brunnen der englischen Bildhauerin Angela Conner
  • Hölderlin-Hain und Diotima-Insel
  • Wildgehege mit Haha-Graben
  • Ententeich mit großer Wasserfontäne
  • Mausoleum der Grafen von Oeynhausen-Sierstorpff und Obelisk auf dem Rosenberg
  • Stauden- und Gräsergarten des niederländischen Landschaftsarchitekten Piet Oudolf
  • Ab 2014 Irrgarten
  • Die Moorteiche

Einen Höhepunkt bildet der "Hölderlin-Hain" und der diesem zugewandte Teich mit der Diotima-Insel. Sie sind Friedrich Hölderlin und der von ihm geliebten Frankfurter Bankiersgattin Susette Gontard gewidmet, der er als "Diotima" ein literarisches Denkmal setzte. Zusammen verbrachten sie 1796 sechs glückliche Wochen im Gräflichen Park.

Kostenpflichtiger Eintritt von April bis Oktober, 8 bis 18 Uhr.

Hier finden Sie Informationen zu Eintrittspreisen.

Öffentliche Führung: Jeden Dienstag um 14.30 Uhr.
Teilnahmegebühr € 3,00 pro Person

Gastronomie:

  • Caspar’s Restaurant mit Parkterrasse
  • "Restaurant Pferdestall" mit Terrasse und Biergarten
  • Café im Park
  • Oscar's Bar

Information und Anmeldung:
Gästeservice-Center im Park, Tel. 0 52 53.95 23-700

Email: info(at)graeflicher-park.de