Die Idee des „Gartens in Bewegung“ begleitet den international bekannten Landschaftsarchitekten und Gärtner Gilles Clément seit frühester Jugend. Rhythmus und Dynamik sind schaffende Impulse für „le jardin en mouvement“. Diese Vorstellung verwirklichte der Franzose nicht nur im Parc André Citroën in Paris, sondern auch im Gräflichen Park in Bad Driburg, wo Clément einen weißen "Wasserfall" schuf. Die Lilienwiese hinter den Brunnenarkaden als Endpunkt dieses "Wasserfalls" existiert bis heute und steht immer im Juli in voller weißer Blüte.

Für den Gräflichen Park Bad Driburg hatte Clément aus Schleierkraut (Gypsophila repens), Schmuckkörbchen (Cosmos Bipinnatus) und Prachtkerzen (Gaura lindheimeri) eine Pflanzung angelegt, die die zentrale Achse zu den Brunnenarkaden veränderte. Auf der Rückseite des Gebäudes setzte sich die Inszenierung mit Iris in einem Brunnen und Lilien auf der Wiese fort. Die Blüte der weißen Pflanzen erreichte im Verlauf des Monats August 2001 perfekte Ausgewogenheit. Clément hatte sich ca. 50 bis 70 Zentimeter hohe Pflanzen gewünscht, um die Raumarchitektur der vorhandenen Gebäude und Parkelemente mit einem neuen Element - natürlicher Wildheit - zu strukturieren. Die weißen Blumen waren nicht nur Zierde, sondern als Beitrag zum Thema Wasser geplant.<p/&g

"Als ich über diesen Ort nachdachte, wurde mir klar, dass hier alles um das Wasser, um die Quelle in den Brunnenarkaden, organisiert ist. Das wurde zur Hauptidee. Dieses Wasser ist uns sehr nah, es hat etwas Sprudelndes. Die schönste Übersetzung dafür ist die Farbe Weiß."

Die Arbeit von Gilles Clément ist ganz untypisch für die französische Landschaftsgestaltung. Nach Abschluss der Ecole du Paysage von Versailles 1969 wandte sich der ausgebildete Agronom von der damals üblichen Grünanlagen-Gestaltung ab. In den 70er Jahren war er einer der ersten, der sich mit der Gestaltung von privaten Gärten beschäftigte.

Der Garten ist seit jeher der Spiegel einer Sicht des Universums. Gilles Clément überdenkt die Gestaltung von Grund auf neu und stützt sich dabei auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, vor allem in der Biologie. Er lässt sich nicht von der Nostalgie oder von der Ästhetik leiten, sondern schafft eine neue Sicht, nämlich die des sich ständig wandelnden Gartens. Seine Arbeit im Département Creuse und im Citroën-Park in Paris löste ein lebhaftes Echo aus. Er arbeitete zusammen mit dem Architekten Patrick Berger und dem Team Viguier, Jodry und Provost.

Clément ist ein sehr gefragter Landschaftsarchitekt, weil er die Regeln der Gestaltung so elementar verändert hat. Er führte Projekte in Blois, Lille, an der Défense in Paris, in Châteauvallon, Lausanne und Soweto aus. Bei seiner Arbeit auf dem Gut von Rayol im Département Var benutzte er die Gelegenheit, die verschiedenen Ökosysteme des Mittelmeers eingehend zu studieren. Er reist viel, ist ein anerkannter Pädagoge und unterrichtet an der Ecole d'Architecture von Versailles und an der Ecole Nationale Supérieure du Paysage.

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